Wie aus einer Wohnküche in Charlottenburg ein Kurskonzept wurde
Farmhouse July begann als kleine Nachbarschaftsrunde, die sich über Resteverwertung austauschte. Heute ist daraus ein strukturiertes Online-Angebot geworden, das dieselbe Grundidee verfolgt: Nachhaltigkeit als tägliche Praxis statt als Ideal.
Stellen Sie sich einen Dienstagabend vor, an dem sieben Nachbarn über ihren Wocheneinkauf diskutieren.
Genau so hat es angefangen. Aus losen Treffen wurde ein Konzept mit klarer Struktur, weil sich dieselben Fragen immer wieder stellten: Wie plant man realistisch? Woran erkennt man gebrauchte Ware, die noch lange hält? Wann lohnt sich eine Reparatur?
Diese Fragen bilden bis heute das Grundgerüst unserer Kurse. Wir haben sie im Laufe der Zeit in Module übersetzt, die sich unabhängig von Haushaltsgröße oder Vorwissen bearbeiten lassen.
Was hinter jedem Modul steckt
Wir entwickeln Inhalte nicht am Schreibtisch allein. Jedes Modul durchläuft mehrere Testrunden mit echten Haushalten, bevor es in den Kurskatalog aufgenommen wird.
Konzeption
Wir sammeln wiederkehrende Alltagsprobleme aus Gesprächen mit Teilnehmenden und ordnen sie nach Häufigkeit und Wirkung auf den Haushalt.
Erprobung
Neue Materialien werden zunächst mit kleinen Testgruppen durchgespielt, um zu prüfen, ob sich die vorgeschlagenen Routinen im Alltag halten lassen.
Überarbeitung
Rückmeldungen aus den Gruppensitzungen fließen direkt in die Kursunterlagen zurück, sodass sich Inhalte über die Zeit weiterentwickeln.
Dokumentation
Jedes Modul wird in klar formulierten Schritten festgehalten, damit auch spätere Teilnehmende ohne Vorwissen einsteigen können.
Wer die Inhalte tatsächlich erarbeitet
Hinter Farmhouse July steht ein kleines Team mit unterschiedlichem Hintergrund: Ökotrophologie, Textilhandwerk und Erwachsenenbildung. Diese Mischung sorgt dafür, dass ökologische Zusammenhänge und Alltagstauglichkeit gleichermaßen berücksichtigt werden.
Wir treffen uns regelmäßig, um Kursinhalte gemeinsam durchzugehen, offene Fragen aus den Gruppensitzungen zu besprechen und neue Module zu planen. Diese Zusammenarbeit findet großteils remote statt, mit einem festen Büro in Berlin als Anlaufpunkt.
Woran wir uns bei der Inhaltsgestaltung orientieren
Alltagsnähe vor Theorie
Jede Methode muss sich innerhalb einer Woche im eigenen Haushalt testen lassen, sonst wird sie nicht aufgenommen.
Keine Zertifizierungslogik
Wir verzichten bewusst auf Umweltsiegel oder formale Zertifikate und konzentrieren uns auf nachvollziehbare Praxis.
Austausch statt Frontalwissen
Gruppensitzungen sind fester Bestandteil, weil sich viele Fragen erst im Gespräch mit anderen klären lassen.
Fortlaufende Anpassung
Kursinhalte werden regelmäßig aktualisiert, wenn sich in der Praxis zeigt, dass ein Schritt zu kompliziert oder unklar ist.